Die South China Morning Post aus Hong Kong hat unter dem Titel „Bribes, fake factories and forged documents” am 22. Januar 2021 ausführlich über Vorwürfe der Korruption im Zusammenhang mit der Durchführung von Social Audits in chinesischen Fabriken und Unternehmen berichtet.

In diesem Zusammenhang werden auch Unstimmigkeiten in Bezug auf eine Fabrikanlage in der chinesischen Provinz Zhejiang erwähnt. Die Autoren beschreibt, dass TÜV Rheinland in der Fabrik ein Audit nach dem Sedex-Standard durchgeführt hat und die Fabrik mit „C“ bewertet worden sei. Bei einer stichprobenartigen Kontrolle sei dann allerdings in der Fabrik Zwangsarbeit festgestellt worden, wobei die Eigentümer jeden Monat einen Teil der Löhne der Arbeiter einbehielten und versprachen, den Rest später zu zahlen. Im Weiteren heißt es, dass die Fabrik eine SA8000-Zertifizierung durch den TÜV Rheinland erhalten habe. Ferner führen das Autorenpaar an, dass TÜV Rheinland auf Anfragen keine Stellungnahme abgegeben habe.

Dies ist nicht zutreffend. Die Autoren des angeführten Artikels haben im Dezember 2020 bei TÜV Rheinland um eine Stellungahme gebeten. Wir haben den Autoren unverzüglich mitgeteilt, dass wir sehr an der Aufklärung jeglicher Unregelmäßigkeiten interessiert sind. Allerdings war (und ist) es uns nicht möglich, anhand der genannten groben Informationen den Sachverhalt intern genauer zu klären. Wir hatten deshalb um Übersendung weiterer Details gebeten; dies haben die Journalisten jedoch wiederum abgelehnt, was wir selbstverständlich respektieren. Interne Überprüfungen haben erneut ergeben, dass TÜV Rheinland den angeführten Fall der eigenen Tätigkeit nicht zuordnen kann, weder was Sedex-Audits noch SA8000-Zertifizierungen angeht. Sedex vergibt generell keine Bewertungen wie das in dem Artiekl angeführte „C“, diese Angabe können wir deshalb beispielsweise nicht nachvollziehen.

Ferner stellt TÜV Rheinland Folgendes fest:

Seit 2002 prüfen wir in verschiedenen Ländern weltweit Sozialstandards in der Produktion und Industrie. TÜV Rheinland ist eine der weltweit führenden Prüforganisationen in diesem Bereich und auditiert regelmäßig mehrere tausend Unternehmen. Ziel der Audits ist es, die Einhaltung grundlegender Sozialstandards in der globalen Lieferkette bei der Fertigung von Waren zu überprüfen. Anerkannte Standards, nach denen wir prüfen, sind beispielsweise der Standard SA 8000 des Social Accountability International (USA), der Standard der Amfori Business Social Compliance Initiative (Amfori BSCI) sowie Sedex Members’ Ethical Trade Audits (SMETA). In einzelnen Branchen sind zudem vergleichbare Standards etabliert, für deren Auditierung TÜV Rheinland ebenfalls zugelassen ist.

Gleichzeitig legen wir größten Wert auf die Qualität der durchgeführten Audits und die Einhaltung aller Compliance-Regeln. Etwaigen Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten bei Audits geht TÜV Rheinland konsequent nach. Ferner stehen wir im regelmäßigen und engen Austausch mit allen Marktpartnern diesbezüglich und beantworten alle Anfragen von Medien und anderen Stakeholdern zu unserer Tätigkeit in diesem Bereich, wie dies auch im genannten Fall geschehen wäre, sofern TÜV Rheinland die Möglichkeit dazu bekommen hätte. Dies entspricht unserem Grundsatz der möglichst transparenten und genauen Information über unsere Tätigkeit und der Wahrnehmung unserer Verantwortung im Zusammenhang mit unserer Prüftätigkeit.

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Ihr Ansprechpartner für redaktionelle Fragen:

Joerg Meyer zu Altenschildesche

Stellvertretender Konzernsprecher

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