Betriebssichere Rechenzentren Voraussetzung für unterbrechungsfreie Verfügbarkeit von Daten / „Elchtest“ für Prüfung auf unwahrscheinliche Szenarien / Europäische Norm für Rechenzentren gibt Orientierung

Es gehört schon jetzt zu den Gewissheiten der Corona-Pandemie: Die Digitalisierung hat sich weiter beschleunigt, für Unternehmen ist es noch wichtiger geworden, jederzeit zuverlässig auf ihre Daten zugreifen zu können. Dafür müssen Betriebe ihre Computersysteme zum einen gegen Angriffe aus dem virtuellen Raum absichern – Cybersecurity ist gefragter denn je. Zum anderen ist es mindestens ebenso wichtig, die eigenen Rechenzentren sicher zu betreiben oder zuverlässig abgesicherte Cloud-Dienste zu nutzen. „Datensicherheit beginnt im Rechenzentrum. Fällt ein Rechenzentrum aus, stehen zentrale Prozesse still. Betriebssicherheit und beste Verfügbarkeit sind deshalb wesentliche Kriterien, die ein modernes Rechenzentrum erfüllen muss“, erklärt Rolf Walter, der als Leiter Data Center Service bei TÜV Rheinland Rechenzentren für zahlreiche Unternehmen und Organisationen analysiert.

„Elchtest“ von neu errichteten Rechenzentren

Um ein Rechenzentrum nach dessen Errichtung sicher und „hochverfügbar“ zu betreiben, sind neben Risikofaktoren der Umgebung, wie etwa Gefährdungen durch Hochwasser, Starkregen, Brände auf Straßen und Eisenbahntrassen, auch Ausfälle der Energie- und Kältetechnik oder anderer betriebswichtigen Komponenten des Rechenzentrums entscheidend. Fachleute von TÜV Rheinland testen neue Rechenzentren vor der ersten Inbetriebnahme systematisch hinsichtlich der fehlerfreien Funktion der sogenannten Technischen Gebäudeausrüstung (TGA). „Wir untersuchen Rechenzentren beispielsweise in einer Art ‚Elchtest‘, ob bei Ausfällen der Klimaanlage die Reservesysteme ordnungsgemäß übernehmen. Dadurch wollen wir Risiken für den Betrieb soweit wie möglich ausschließen. Zusätzlich unterstützen wir den Betreiber dabei, Notfallkonzepte zu entwickeln“, erklärt Walter. Wie wichtig das ist, zeigte vor einiger Zeit das Beispiel eines Versicherungsunternehmens. In dessen Rechenzentrum gab es eine fehlerhafte Ventileinstellung. Die Folge: Als die primäre Klimaanlage ausfiel, kühlte auch das Reservesystem die Systeme nicht mehr. Der Fehler fiel den Fachleuten von TÜV Rheinland rechtzeitig auf. „Wenn technische Fehler vor Inbetriebnahme des Rechenzentrums festgestellt werden, lässt sich ein Totalausfall aller IT-Systeme im Betrieb möglicherweise verhindern“, so Rolf Walter.

Europäische Rechenzentrumsnorm DIN EN 50600

Wer ein Rechenzentrum errichten oder erneuern will, sollte sich laut Walter an den Vorgaben der Norm DIN EN 50600 orientieren. Die europäische Norm DIN EN 50600 erklärt umfassend und systematisch, wie man Rechenzentren konzipiert, plant, konstruiert und betreibt. Unternehmen, die ihr Rechenzentrum nach der Norm zertifizieren lassen, steigern die Sicherheit ihres Data Centers und reduzieren dessen Störanfälligkeit. Ein Vorteil einer Zertifizierung: „Unternehmen, die Cloud-Dienste nutzen, achten zunehmend darauf, ob die Rechenzentren ihres Dienstleisters nach DIN EN 50600 zertifiziert sind“, stellt Walter fest. „Jeder, der selbst ein Rechenzentrum nutzt oder die Daten anderer Unternehmen in seinem Rechenzentrum vorhält, sollte eine Zertifizierung in Betracht ziehen.“

Nach Einschätzung von Rolf Walter werden die Datenmengen weiter sprunghaft ansteigen. Damit steigen die Anforderungen an Rechenzentren, die Daten betriebssicher zu verarbeiten. „Unserer Erfahrung zeigt, dass sich Betreiber oft erst spät mit Erweiterung oder Umbau des eigenen Rechenzentrums befassen. Das führt meist zu unnötigen Mehrkosten, die sich mit einer guten Planung vermeiden lassen.“

Weitere Hintergrundinformationen zu Planung, Bau und Betrieb stehen unter https://www.tuv.com/dcs bei TÜV Rheinland zur Verfügung.

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Pressesprecher IT und Cybersecurity

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