EU-Norm legt neue Sicherheitsanforderungen fest: TÜV Rheinland vergibt GS-Zeichen nach eingehender Prüfung / Härtere Kindermatratzen besser als weiche

Gute Nachricht für Eltern: Das seit Jahrzehnten anerkannte GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit von Produkten gibt ab sofort auch eine zusätzliche Entscheidungshilfe beim Kauf von Matratzen für Kinderbetten. Das Siegel kann von akkreditierten Prüf- und Zertifizierungsdienstleistern wie TÜV Rheinland vergeben werden – sofern eine Matratze den hohen Sicherheitsanforderungen der europäischen Norm DIN EN 16890 entspricht. „In der freiwilligen Norm sind sicherheitstechnische Vorgaben und Prüfverfahren festgelegt, die den neuesten Erkenntnissen entsprechen“, erläutert Felix Scharnagl, Leiter des TÜV Rheinland Labors für Möbelprüfung in Nürnberg. „Mögliche Gesundheitsrisiken für Babys, zum Beispiel durch das Einsinken in zu weichen Matratzen, sollen durch das aktuelle Regelwerk weiter minimiert werden.“

Mechanische, chemische und thermische Prüfungen

Das Einsinkverhalten von Kindermatratzen zählt zu den wesentlichen mechanischen Sicherheitskriterien, nach denen TÜV Rheinland die Produkte im eigenen Labor überprüft. Durch Auflegen einer Kugel mit einer bestimmten Masse lässt es sich exakt bewerten – je weicher die Matratze, desto tiefer sinkt der Prüfkörper ein. Genau das ist jedoch nicht erwünscht. Denn wenn der Kopf eines Kindes zu tief in die entstehende Kuhle sinkt, kann dies zur Rückatmung von CO2 und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen. Neben dem sogenannten Kugeltest durchlaufen die Matratzen bei TÜV Rheinland zahlreiche weitere Norm-Prüfungen. Unter anderem dürfen keine Fangstellen oder Schlaufen vorhanden sein, in denen Kinder hängenbleiben könnten, die Matratzen müssen hohe Anforderungen an die chemische Sicherheit erfüllen – und mehrere Tests zur Entflammbarkeit bzw. Brandsicherheit bestehen. Erst dann erhalten sie das GS-Zeichen.

Lieber hart als „kuschelweich“

Insbesondere im Hinblick auf den Härtegrad werden einige Verbraucherinnen und Verbraucher vielleicht noch einmal umdenken. „Aus unserer Arbeit in den Normungs-Gremien wissen wir, dass vielfach ein falsches Bild davon existiert, welche Matratzen für Kinder sind“, sagt Felix Scharnagl. Eltern und Großeltern, die Matratzen für den Nachwuchs kaufen, sollten sich demnach möglichst von eigenen Komfort-Vorstellungen freimachen. Kinder profitieren nicht unbedingt von dick und weich gepolsterten Matratzen mit hohem „Kuschelfaktor“. Eher im Gegenteil: „Relativ harte, einfache, aber dafür geprüfte und zertifizierte Liegeflächen bieten nach neuesten Erkenntnissen die größte Sicherheit. Hier bietet das GS-Zeichen eine gute Orientierung.“

Informationen zur Prüfung von Möbel auch für das Kinderzimmer unter www.tuv.com/moebel bei TÜV Rheinland.

Downloads

PDF

Pressemeldung als PDF
Download
Foto
Foto als JPG
Download

Ihr Ansprechpartner für redaktionelle Fragen:

Ralf Diekmann

Pressesprecher Produktprüfung + Academy & Life Care

Ralf Diekmann kontaktieren

Sie haben Fragen zum Thema oder benötigen weitere Informationen? Kontaktieren Sie uns: