Kapazitäten für Prüfungen werden erheblich ausgebaut / Prüfzeiten jetzt auch samstags

Seit dem 4. Mai 2020 nimmt TÜV Rheinland in NRW wieder Führerscheinprüfungen ab. Dabei melden Fahrschulen sowie Fahrschülerinnen und Fahrschüler im Rheinland, dass es erhebliche Schwierigkeiten bei der Durchführung der Prüfungen mit TÜV Rheinland gibt. Zwei Kritikpunkte stehen im Zentrum: Erstens sei die Terminierung für die Prüfung bei TÜV Rheinland extrem schwer oder nahezu unmöglich. Hierüber gab es eine Vielzahl von Beschwerden. Zweitens seien die Kapazitäten zur Durchführung der Prüfungen bei TÜV Rhein­land zu gering, die Wartezeiten deshalb bis zur Durchführung der praktischen und theoretischen Prüfungen zu lang.

Maßnahmen: Verbessertes Terminierungssystem

Aktuell arbeiten TÜV Rheinland mit Hochdruck daran, für die bestehenden Proble­me gute und schnelle Lösungen zu finden. Das heißt für die Terminierung: Die Tools zur Online-Terminierung für die Fahrschulen werden kurzfristig verbessert. Die Kapazitäten an der Telefon-Hotline zur Terminierung der Prüfungen haben wir in den vergangenen Wochen bereits nahezu verdoppelt. Wir können dadurch derzeit weit über 1.000 Prüftermine täglich vereinbaren. Deshalb hoffen wir, dass die Terminierungen, die jetzt auch für die theoretische Prüfung erforderlich sind, in den kommenden Tagen reibungslos und ohne Verzögerungen funktionieren.

Mehr Prüfkapazitäten

Zudem erhöht TÜV Rheinland durch verschiedene Maßnahmen die Kapazitäten für die Abnahme von Prüfungen in dieser Woche bis spätestens Anfang Juni spürbar um bis zu 20 Prozent Prüfkapazitäten.

Um dies zu erreichen, verlängern wir in der jetzigen Situation kurzfristig die verfügbaren Prüfungszeiten und werden beispielsweise auch samstags Prüfungen abnehmen. Ferner erhöhen wir die Zahl der Prüferinnen und Prüfer um mehr als 10 Prozent. Dies wird möglich, indem wir qualifiziertes Personal aus anderen Bereichen, beispielsweise der Fahrzeugprüfung, abstellen. Schließlich werden wir für die Durchführung der theoretischen Prüfungen größere Räume mit den erforderlichen Computern ausstatten, um mehr Prüfungen durchführen zu können.
Mit diesen Maßnahmen streben wir an, die Vorlaufzeiten zwischen der Terminvereinbarung für eine Prüfung und der Prüfung selbst so kurz wie möglich zu gestalten. Vor der Pause durch die Corona-Pandemie betrug bei der praktischen Prüfung die Vorlaufzeit etwa zwei Wochen. Ob und wann wir diesen Zeitraum wieder erreichen, ist heute nicht absehbar.

Hintergrund: Neustart der Führerscheinprüfung nach der Corona-Pause

Seit dem 4. Mai 2020 kann TÜV Rheinland in NRW wieder Führerscheinprüfungen abnehmen. Vorher war dies seit dem 19. März 2020 im Rheinland nicht mehr möglich. Die Bedingungen für die Prüfungen sind vollständig neu und angepasst an die erforderlichen Gesundheits- und Hygienevorschriften. Eine wichtige Änderung bei der Organisation der Prüfungen: Fahrschülerinnen und Fahrschüler müssen sich jetzt verpflichtend zur Theorieprüfung anmelden. Das war vor der Corona-Pandemie im Rheinland nicht erforderlich. Zudem hat TÜV Rheinland bei der Theorie wegen der erforderlichen Abstandsregelungen derzeit nur ein Drittel der Prüfplätze zur Verfügung. Die theoretischen Prüfungen werden am Computer abgelegt. Zwischen den einzelnen Prüfplätzen musste der Abstand auf mindestens 1,5 Meter erheblich erweitert werden. Rund 21.500 Prüfungen konnte TÜV Rheinland im Lockdown nicht abnehmen. Wir haben mit einem erheblichen Ansturm von Prüfungen nach über sechs Wochen Corona-Pause gerechnet – zunächst vor allem mit den theoretischen Prüfungen. Trotzdem konnten wir in den ersten Wochen nach Wiederaufnahme der Prüfungen die Probleme für Fahrschülerinnen und Fahrschüler sowie für Fahrschulen nicht verhindern. Die konkreten Anforderungen an die Prüfungsdurchführung sind erst wenige Tage vor Wiederaufnahme der Prüftätigkeit bekannt geworden und das Terminierungssystem musste kurzfristig aufgebaut werden.

Wir nehmen die jetzige Kritik sehr ernst und können sie nachvollziehen. Auch für uns ist die Situation unbefriedigend. Um die Situation zu verbessern und schnelle Lösungen für alle Beteiligten zu finden sind wir auch im Austausch mit den Fahrlehrerverbänden.

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Ihr Ansprechpartner für redaktionelle Fragen:

Joerg Meyer zu Altenschildesche

Stellvertretender Konzernsprecher

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